KI-Chatbots und Geldanlage
Immer mehr Menschen fragen allgemeine KI-Chatbots, welche Aktien sie kaufen sollen, oder lassen ein Portfolio von ihnen prüfen, auch Portfolios, die mit aivest erstellt wurden. Chatbots erklären Fachbegriffe gut und helfen, Fragen für das Gespräch mit der Bank vorzubereiten. Ihre Antworten klingen aber genauso kompetent, wenn sie auf keinen Daten beruhen. Eine flüssige Antwort ist noch keine berechnete.
Diese Seite zeigt, was Sie prüfen sollten, bevor Sie sich auf Zahlen eines Chatbots verlassen. Sie ist eine allgemeine Information und keine Anlageberatung.
Aktuelle Kurse
Ein Chatbot, der keine aktuellen Marktdaten abruft, antwortet aus dem, was er im Training gelernt hat, und Kurse aus diesem Gedächtnis können Monate oder Jahre alt sein. Stückzahlen, die aus alten Kursen berechnet wurden, stimmen nicht: Ein Vorschlag, der zu Ihrem Betrag passen soll, kann beim Kauf deutlich mehr oder weniger kosten.
Prüfen Sie: Vergleichen Sie jeden Kurs mit einem aktuellen Kurs Ihrer Bank oder der Börse.
Geht die Rechnung auf?
Multiplizieren Sie für jede Position die Stückzahl mit dem aktuellen Kurs und bei ausländischen Aktien zusätzlich mit dem aktuellen Wechselkurs. Die Summe sollte Ihrem Betrag entsprechen und der Anteil jeder Position an der Summe dem Gewicht, das der Chatbot nennt. Ist das nicht so, wurde der Vorschlag nicht aus aktuellen Daten berechnet.
Risikoangaben
„Das senkt Ihr Risiko“ oder „eine Volatilität von etwa 12 %“ sind Aussagen, die eine Berechnung voraussetzen: die Kurshistorie jeder Position, umgerechnet in Ihre Währung, über einen genannten Zeitraum, einschließlich der Frage, wie sich die Positionen gemeinsam bewegen. Fragen Sie, welche Daten und welcher Zeitraum verwendet wurden und ob die Zahl tatsächlich berechnet wurde. Kann die Antwort das nicht zeigen, ist die Zahl eine Schätzung.
Bekannte, solide wirkende Unternehmen ins Portfolio zu nehmen, senkt das Risiko nicht automatisch. Große Unternehmen, besonders aus derselben Branche, steigen und fallen oft gemeinsam; ein Portfolio aus einzeln „sicheren“ Werten kann deshalb stärker schwanken als eines, dessen Aktien sich unabhängiger voneinander bewegen.
Bleibt die Antwort gleich?
Stellen Sie dieselbe Frage in einem neuen Gespräch noch einmal, oder widersprechen Sie einmal. Ändert sich die Antwort ohne neue Daten völlig, beruhte keine der beiden Fassungen auf Daten. Manche Chatbots stimmen fast jedem Einwand zu; das sagt etwas über das Gespräch, nicht über das Portfolio.
Bekannte Namen
Gebeten, ein Portfolio zu „verbessern“, schlagen Chatbots gern dieselben wenigen berühmten Unternehmen vor. Das ist eine aus Texten gelernte Vorliebe, kein Ergebnis einer Risikoberechnung. Und folgen viele Menschen denselben Vorschlägen, halten am Ende alle dieselben wenigen Aktien.
Persönliche Beratung
Eine Anlageberatung, die Ihre persönliche Situation berücksichtigt (Einkommen, Vermögen, steuerliche Lage, Ziele), ist in Deutschland und der EU eine regulierte Tätigkeit: Sie erfordert eine Erlaubnis, und der Berater haftet für seine Empfehlung. Ein allgemeiner Chatbot hat weder das eine noch das andere. Fragt ein Chatbot nach Ihren persönlichen Verhältnissen, um ein Portfolio darauf zuzuschneiden, bedenken Sie: Für das Ergebnis ist niemand verantwortlich.
Dasselbe gilt für Steuern: Die Quellensteuer auf ausländische Dividenden etwa hängt von Ihrem Wohnsitz und von Doppelbesteuerungsabkommen ab. Allgemeine Sätze aus dem Gedächtnis entsprechen oft nicht dem, was Sie tatsächlich zahlen; fragen Sie Ihre Steuerberatung oder Ihre Bank.
So macht es aivest
Auch aivest ist keine Anlageberatung: Die Portfolios berücksichtigen Ihre persönlichen Verhältnisse nicht. Der Unterschied ist, dass aivest rechnet, statt sich zu erinnern:
- Aktuelle Daten. Aktienkurse werden an jedem Handelstag nach US-Börsenschluss aktualisiert, Wechselkurse an jedem Werktag aus den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank.
- Berechnetes Risiko. Das Risiko jedes Portfolios wird aus rund zehn Jahren Kurshistorie aller infrage kommenden Aktien berechnet, umgerechnet in Ihre Portfoliowährung und einschließlich der Frage, wie sich die Aktien gemeinsam bewegt haben.
- Geprüft, bevor Sie es sehen. Jede neue Version muss eine Qualitätsprüfung ihres Risikoprofils bestehen. Besteht keine, erhalten Sie eine Fehlermeldung statt eines schwächeren Portfolios.
- Stückzahlen, die aufgehen. Sie werden aus aktuellen Kursen und Wechselkursen für Ihren Betrag berechnet.
Wo die KI steckt: Das Portfolio stellt ein genetischer Algorithmus zusammen, ein KI-Verfahren, das über viele Generationen Kandidaten-Portfolios weiterentwickelt und die besten behält. Außerdem hilft ein KI-Sprachmodell, die Daten der rund 2.000 Unternehmen einmal im Monat zu prüfen. Kurse sagt die KI nicht voraus. Mehr dazu unter KI-Portfolio-Generator.
Fragen Sie einen Chatbot nach einem aivest-Portfolio, gelten die Prüfpunkte oben auch für seine Antwort.